19.01.2011, 15:59 Uhr | DAPD
Berlin (dapd-bln). Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat eine Zerschlagung der Berliner S-Bahn und die Privatisierung von Teilnetzen mit unterschiedlichen Betreibern abgelehnt. Stattdessen sollte das Land Berlin ernsthaft über die Gründung eines von der Deutschen Bahn als Mutterkonzern der S-Bahn unabhängigen, landeseigenen Schienenverkehrsunternehmens nachdenken, sagte am Mittwoch ver.di-Bundesvorstandsmitglied Erhard Ott.
ver.di werde sich deshalb für eine Entflechtung der jetzigen Strukturen stark machen und fordere den voneinander unabhängigen Betrieb von Fahrdienstleistung und Schienennetz. Seit Jahren leide die S-Bahn Berlin unter den Strukturen der Bahn, kritisierte Ott. Diese Abhängigkeit sei ursächlich für das Verkehrschaos. Sie habe aus Gründen der Gewinnmaximierung zur Schließung von Werkstätten und zum "Fahren auf Verschleiß" geführt. So dürfe es nicht weitergehen.
Das Land Berlin solle nun alles daran setzen, die für einen erfolgreichen Betrieb notwendige unternehmerische, wirtschaftliche und personelle Freiheit zurückzuerlangen, forderte der Gewerkschafter. Befreit von unerfüllbaren Renditeanforderungen des Mutterkonzerns könnte eine neue S-Bahn Berlin die in sie gesetzten Erwartungen für einen zuverlässigen und sicheren Hauptstadtbetrieb zweifellos erfüllen.
ver.di favorisiere deshalb ein neues, landeseigenes Verkehrsunternehmen, das direkt mit der Verkehrsleistung für das Gesamtnetz beauftragt wird, sagte Ott. Das Land Berlin müsse die Chance nutzen und seiner Verantwortung gegenüber den Menschen, den Beschäftigten und der Metropole gerecht werden.
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