18.09.2011, 22:08 Uhr | dapd
Aus für Rot-Rot in Berlin: Nach der Abgeordnetenhauswahl muss sich die SPD unter dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit einen neuen Partner suchen. Ersten Prognosen zufolge mussten die Sozialdemokraten und die Linkspartei leichte Verluste hinnehmen. CDU und Grüne konnten zulegen, die Grünen blieben mit Spitzenkandidatin Renate Künast aber weit hinter den Erwartungen zurück. Die FDP flog klar aus dem Abgeordnetenhaus. Dagegen gelang der Piratenpartei erstmals der Sprung in ein Landesparlament.
In der ARD-Prognose von 18.00 Uhr lag die SPD bei 29,5 Prozent, die Linke kam auf 11,5 Prozent. Die CDU erzielte 23,5, die Grünen 18 Prozent. Die Piraten schafften danach stolze 8,5 Prozent. Die FDP scheiterte mit zwei Prozent klar an der Fünf-Prozent-Hürde und verpasste deutlich den Wiedereinzug ins Abgeordnetenhaus. Das ZDF meldete ähnliche Zahlen. Nach dem Aus für Rot-Rot könnte die SPD damit zwischen einem rot-grünen Bündnis und einer großen Koalition wählen.
Auch 2006 war die SPD mit 30,8 Prozent stärkste politische Kraft geworden. Die CDU kam damals auf 21,3 Prozent. Die Linke landete bei 14,4 Prozent, knapp vor den Grünen mit 13,1 Prozent. Die Liberalen erreichten vor fünf Jahren noch 7,6 Prozent.
Rund 2,4 Millionen Wahlberechtigte waren zur Stimmabgabe aufgerufen. Ins Rennen gingen 22 Parteien. Um die mindestens 130 Sitze im Landesparlament bewarben sich über 900 Kandidaten.
Wowereit gab seine Stimme zusammen mit seinem Lebensgefährten Jörn Kubicki ab. Der Spitzenkandidat der CDU, Frank Henkel, wählte in Mitte, Künast in Charlottenburg. Die Stimmabgabe in den 1.736 Berliner Wahllokalen verlief nach Angaben der Wahlleiterin ruhig. Besondere Vorkommnisse wurden nicht gemeldet. Die Wahlbeteiligung war offenbar niedrig. Bis zum Nachmittag wählte noch nicht mal jeder zweite Berliner.
Neben der Abgeordnetenhauswahl konnten 2,6 Millionen Berliner, darunter auch Bürger anderer EU-Länder, über die Zusammensetzung der zwölf Bezirksparlamente entscheiden.
dapd
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