25.03.2011, 15:18 Uhr | dapd
Berlin (dapd-bln). Die vom Bundestag beschlossene Aussetzung der Wehrpflicht beschert den Berliner Universitäten im laufenden Jahr zusätzlichen Millionen. Wie Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) am Freitag sagte, erhalten die Einrichtungen acht Millionen Euro, um 1.500 zusätzliche Studienplätze zu schaffen. Zusätzlich erhalten die Hochschulen 62 Millionen Euro im Voraus, die wegen der Schaffung von 6.000 extra Studienplätzen laut Hochschulvertrag erst im kommenden Jahr fällig geworden wären.
Der Bundestag hatte am Donnerstag die Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht beschlossen. Dadurch verschärft sich der Ansturm junger Leute auf die Hochschulen. Prognosen zufolge kommen 2011 rund 1.500 junge Männer zusätzlich allein aus Berlin, die statt ihres Zivil- oder Armeedienstes in der Hauptstadt ein Studium beginnen. Den Erfahrungen zufolge studieren 55 Prozent aller jungen Berliner mit Hochschulreife in ihrer Heimatstadt.
Zur Situation für Berlin nach dem Bundestagsbeschluss sagte Zöllner: "Ich glaube, dass es uns gemeinsam mit den Hochschulen gelingt, diese gesamtgesellschaftliche Herausforderung zu meistern." Ähnlich äußerte sich der Präsident der Freien Universität (FU), Peter-André Alt. Die Hochschulen seien bereit, die Herausforderung zu schultern, auch wenn dies einen "gewissen Zuwachs" an Aufgaben bedeute. Es seien erhebliche Kraftanstrengungen notwendig.
"Wir brauchen aber keine Sorgen haben, dass nun die Hörsäle aus den Nähten platzen", beschwichtigte Alt. Die zusätzlichen Erstsemester würden sich auf die drei großen Hochschulen FU, Humboldt-Uni und Technische Universität sowie auf die einzelnen Fachhochschulen gut verteilen. Es werde in zusätzliches Personal investiert. Vor allem werde der wissenschaftliche Nachwuchs auf eigenen Wunsch bei Lehraufgaben stärker einbezogen. Als Stichwort nannte der Wissenschaftler auch den Einsatz von Juniorprofessoren.
Alt, der zugleich Vorsitzender der Landeskonferenz der Rektoren und Präsidenten ist, kündigte an, grundsätzlich in die Betreuung von Studenten zu intensivieren. Dafür würden mehr Mentoring- und Tutorenprogramme aufgelegt. Es werde eine bessere Nutzung von Räumen und Labors geben. Mehr Brückenkurse und "Summerschools" würden eingerichtet. Darüber hinaus könnten die Universitäten auch mehr an den Wochenenden genutzt werden.
dapd
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