15.02.2012, 16:34 Uhr | dapd
Niedersachsen wird nach Ansicht von Innenminister Uwe Schünemann (CDU) immer sicherer. 2011 wurden nach der am Mittwoch vorgestellten Kriminalitätsstatistik nicht nur weniger Straftaten begangen, auch die Aufklärungsquote stieg in wichtigen Bereichen, wie etwa bei schweren Diebstählen oder Wohnungseinbrüchen.
"Das ist die beste Statistik, die ich in meiner Amtszeit vorstellen darf", sagte der Minister in Hannover. Sorgen macht sich Schünemann allerdings um eine zunehmende Zahl von Taschendiebstählen. Auch im Bereich der Internetkriminalität sei weiterhin Aufmerksamkeit gefragt.
Im Jahr 2011 verzeichnete das Innenministerium 552.257 Verbrechen und damit 30.290 beziehungsweise 5,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Pro 100.000 Einwohnern wurden im Schnitt etwa 7.000 Straftaten begangen. Im Jahr 2002 wurden in Niedersachsen noch 608.467 Verbrechen festgestellt.
Auch wenn die Aufklärungsquote generell etwa ein Prozent unter dem Wert des Vorjahres liegt, sei diese inzwischen stabil bei etwa 60 Prozent. "Damit sind wir unter den besten drei im Bundesvergleich und spielen in der Champions League", sagte Schünemann. Besonders stolz sei er, dass bei der Aufklärung von Einbruchsdiebstählen der höchste Aufklärungswert im Bundesgebiet erreicht worden sei. Bei diesen Taten sei das Sicherheitsbedürfnis der Menschen stark betroffen.
Sorgen bereiten dem Minister unterdessen steigende Zahlen bei Taschendiebstählen. Diese seien vor allem bei Großveranstaltungen von organisierten Banden zu beobachten. "Das Grundprinzip ist: schönes Wetter und eine Menschenansammlung. Dann geht es rund", erklärte Uwe Binias, Präsident des Landespräsidiums für Polizei, Brand- und Katastrophenschutz.
Im Zusammenhang mit der Internetkriminalität, vor allem aber bei der Bekämpfung von Kinderpornografie, beklagte der Innenminister das fehlende Instrument der Vorratsdatenspeicherung. "Dass wir hier sinkende Zahlen haben, beruhigt mich nicht unbedingt", sagte der CDU-Politiker. Negativ fiel zudem der Anstieg der Zahl von ausländischen Tatverdächtigen auf. Hier gab es einen Anstieg von 3,06 Prozent.
Die Opposition beklagte am Mittwoch, dass Polizisten im Land meist unter schwierigen Arbeitsbedingungen ermitteln. Die Linksfraktion forderte, dass es keinen weiteren Stellenabbau bei der Polizei gibt, damit auch die Präsenz in der Fläche erhalten bleibe. Die von Schünemann geforderte hohe Aufklärungsquote berge die Gefahr, dass umfangreiche und komplexe Ermittlungsarbeit vernachlässigt werde, gab die Grünen-Abgeordnete Meta Janssen-Kucz zu Bedenken.
dapd
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