30.08.2011, 11:32 Uhr | presseportal.de
Wermelskirchen (ots) - Während die Kirmestage am vergangenen Wochenende entspannt verliefen, war es gestern auf Matinee (29.08.2011) mit der Ruhe vorbei.
Die Kreispolizei wurde -wie bereits in den letzten Jahren üblich- durch Kräfte der Bereitschaftspolizei, Diensthundführern und Kolleginnen und Kollegen anderer Polizeiwachen im Rheinisch-Bergischen Kreis unterstützt.
Unauffällig verliefen die ersten Stunden bis zum frühen Abend. Ab etwa 18.00 Uhr häuften sich Anrufe über Gerangel, Scharmützel und Auseinandersetzungen zwischen jüngerem Kirmespublikum. Bis 19.00 Uhr wurden die ersten zehn Platzverweise ausgesprochen; bis Einsatzende wurden daraus 24, bei zusätzlich drei Personen, die die Nacht in einer Zelle des Polizeigewahrsams verbrachten.
Abends und nachts blieb es durchweg ungemütlich. Schlägereien und andere Körperverletzungsdelikte im Halbstundentakt (13), Sachbeschädigungen/grober Unfug (5) und mehrere total betrunkene Personen hielten die Einsatzkräfte bis zum frühen Morgen (03.30 Uhr) in Atem.
Besonders problematisch war der hohe Alkoholkonsum der jüngeren Besucherinnen und Besucher, sowohl in der Anzahl, als auch im Grad der Alkoholisierung. Gerade dieses Publikum nahm eher "harte" Alkoholika zu sich, die sie von zu Hause zum Kirmesgelände mitbrachten. Damit ging leider einher, dass bestimmte Bereiche der Kirmes übersät waren mit Glasscherben achtlos weggeworfener Flaschen.
Wach- und Einsatzleiter Erster Polizeihauptkommissar Manfred Berger war überhaupt nicht glücklich: "Die Scherben gefährdeten Besucher und Einsatzkräfte gleichermaßen. Immer wieder wurden leere Flaschen in hohem Bogen auf die Straße geworfen. Das hierbei nicht mehr passiert ist, grenzt an ein Wunder." Berger weiter: "Die mitgebrachten Flaschen mit Wodka, Rum, Schnaps und entsprechenden Mixgetränken waren und sind ein Riesenproblem. Hier muss etwas passieren. Man sollte deshalb zukünftig ein Glasverbot ernsthaft prüfen, zumal die Erfahrungen im diesjährigen Straßenkarneval in anderen Städten und Gemeinden des Rheinisch-Bergischen Kreises sehr positiv waren."
Die negativen Höhepunkte ereigneten sich am Abend und in der Nacht.
Gegen 22.00 Uhr gerieten an der Eich zwei alkoholisierte Wermelskirchener (25, 17) aneinander. Sie schlugen und traten sich, dabei soll der 25-Jährige eine Flasche verwendet haben. Es wird wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ermittelt.
Gegen 23.45 Uhr war erneut der o.a. 25-Jährige beteiligt. An der Grüne Straße schlug er sich mit einem gleichaltrigen Remscheider. Als dieser am Boden lag, trat der Wermelskirchener ihn mit dem Schuh gegen den Kopf. Hierbei verletzte sich der Remscheider und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Dies galt auch für eine 22-jährige Wermelskirchenerin, die sich schlichtend in den Streit einmischte.
Im Bereich der Marktpassage (Kölner Straße) fand die so genannte "Matinee Beach" statt. Hier hatte der Veranstalter einen eigenen Sicherheitsdienst eingesetzt. Dennoch lief es hier gegen 01.20 Uhr völlig aus dem Ruder. Drei Männer aus Wermelskirchen (24, 30, 30) schlugen auf einen 23-Jährigen aus Remscheid ein. Sie ließen auch nicht von dem Mann ab, als dieser bereits wehrlos auf einer dortigen Theke lag. Dann mischte sich ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes (43) ein, was die Aggressoren dazu veranlasste, nun gemeinsam auf diesen Mann einzuschlagen. Erst als weitere Security-Mitarbeiter eingriffen, konnten die drei Täter vom Gelände auf die Kölner Straße befördert werden. Durch die Dynamik des Geschehens und das laute Geschrei, entstand auf der Kölner Straße ein geradezu tumultartiger Zustand. Polizeibeamte, die zur Hilfe gerufen worden waren, wurden von den drei Männern sofort attackiert. Dabei versuchte einer der 30-Jährigen einen Polizeibeamten mit der Faust zu schlagen, was misslang. Vielmehr konnte der Mann unter Kontrolle gebracht werden. Der Menschenauflauf allerdings löste sich erst auf, als mehrere Streifenwagenbesatzungen zur Unterstützung eintrafen und Diensthunde "gezeigt" wurden. Der 30-Jährige, der bei den Auseinandersetzungen selbst verletzt wurde, bespukte Polizeibeamte noch mit einer Mischung aus Blut und Speichel, bevor er mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus abtransportiert wurde. Die Kreispolizei ermittelt wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und gefährlicher Körperverletzung.
Quelle: presseportal.de
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