21.03.2011, 10:12 Uhr | dapd
Unkel (dapd). Das Willy-Brandt-Forum in Unkel ist am Sonntag offiziell eröffnet worden. Das Forum solle "ein Ort des Erinnerns, des Denkens und des Vordenkens" werden, sagte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) bei der Eröffnungsfeier der Ausstellung vor rund 400 Gästen. Darunter waren neben der Witwe des verstorbenen Bundeskanzlers, Brigitte Seebacher, und Brandts ältestem Sohn Peter auch SPD-Chef Sigmar Gabriel sowie der frühere spanische Ministerpräsident Felipe Gonzáles.
Gonzáles würdigte Brandt als Europäer und Weltbürger, dessen oberstes Ziel der Einsatz für Freiheit und Gerechtigkeit gewesen sei. Brandt habe bereits global gedacht, als das Wort Globalisierung noch gar nicht erfunden gewesen sei, betonte Gonzáles. Dem Forum wünschte der frühere spanische Regierungschef, dass es ein Forum des Dialogs werde. "Unkel soll Weltdorf werden", fügte Gonzáles hinzu.
Brandt hatte von 1979 bis zu seinem Tode 1992 in dem kleinen Ort Unkel bei Bonn gewohnt. Das nun eröffnete Willy-Brandt-Forum ist nach einer Dauerausstellung in Brandts Geburtsort Lübeck und Räumen der Willy-Brandt-Stiftung in Berlin der dritte Ort in Deutschland im Andenken an den SPD-Politiker und Friedensnobelpreisträger.
Beck betonte, die Einrichtung in Unkel werde nicht in Konkurrenz zu den bereits bestehenden Brandt-Zentren in Lübeck und Berlin treten, sondern diese ergänzen. Schließlich habe Brandt in Unkel gewohnt, als er die deutsche Einheit erleben durfte.
Brandts Witwe Seebacher erinnerte an 13 glückliche Jahre, die sie gemeinsam mit ihrem Mann in Unkel verbracht habe. Sie überreichte dem Vorstandsvorsitzenden der Bürgerstiftung Unkel, Thomas Ottersbach, als Leihgaben den letzten grünen Filzschreiber Brandts und einen Armreif, den er ihr als Geschenk von seinem letzten Bagdad-Aufenthalte mitgebracht hatte.
Die eigens zur Umsetzung der Ausstellung gegründete Bürgerstiftung hat nach eigenen Angaben 300.000 Euro aus Privatspenden für das Projekt gesammelt. Unter den Gebern sind Persönlichkeiten wie der ehemalige Bundespräsident Walter Scheel, der Schriftsteller Günter Grass oder Kabarettist Dieter Hallervorden. Zusätzlich stellte das Land Rheinland-Pfalz 800.000 Euro zur Verfügung.
Von Dienstag (22. März) an ist das Willy-Brandt-Forum in Unkel für Besucher zugänglich. Geöffnet hat es dienstags bis freitags von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr und am Wochenende sowie an Feiertagen von 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr. Der reguläre Eintritt kostet fünf Euro
dapd
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