23.05.2011, 13:04 Uhr | dapd
Oppenheim (dapd-rps). Der "R hoch 8" ist ein Erfolgsmodell: ein Riesling-Cuvee, kreiert aus den besten Trauben von acht Weingütern aus sechs unterschiedlichen Weinanbaugebieten. Das dürfte in Deutschland ziemlich einmalig sein und steht zugleich für einen Trend: Winzervereinigungen wie "Simply Wine" entstehen zurzeit in vielen Anbaugebieten. "Man tauscht sich aus und zeigt, dass man nach außen offen ist, das ist wertvoll für jeden von uns", sagt Winzerin Carolin Hofmann vom Weingut Willems-Willems an der Saar.
2005 fanden sich zunächst vier Winzerbetriebe zusammen, in den folgenden Jahren kamen weitere vier hinzu. Im "Simply Wine"-Logo steht für jeden Betrieb ein bunter Streifen. "Wir machen es den Leuten einfach, an unsere Weine zu kommen", sagt Hofmann. Jedes Weingut habe zwar seine eigenen Weine und seine eigenen Kunden, doch gemeinsam könne man sich gegenseitig besser unterstützen.
Gegründet habe sich die Gruppe für einen Auftritt auf der Weinmesse ProWein: Die Betriebe präsentieren sich an einem Gemeinschaftsstand, sparen so Kosten und können den eigenen persönlichen Einsatz reduzieren. "Das Schöne ist, dass die Kunden sechs Weinbaugebiete auf einen Schlag bekommen", sagt Hofmann. Bei "Simply Wine" gibt es Weine aus Rheinhessen, dem Rheingau, von der Saar, aus der Pfalz, von der Nahe und aus Württemberg.
Genau solche Winzerzusammenschlüsse will das Dienstleistungszentrum ländlicher Raum (DLR) Rheinhessen-Nahe in Oppenheim mehr fördern und hat deshalb seinen 18. Weinmarketing-Tag am Donnerstag (26. Mai) unter das Motto "Entweder gemeinsam oder gar nicht!" gestellt. Gemeinsam könnten Winzer Ideen bündeln und dadurch in der Gastronomieszene und im Handel besser ihre Interessen vertreten, sagt der stellvertretende DLR-Leiter Otto Schätzel.
Gemeinsam könne man auch größere Mengen eines Weins anbieten und so den Einzelhandel für sich interessieren. Der Lebensmittelhandel leide "unter einer gewissen Anonymität" und könne höhere Preise meist nur erzielen, "wenn dahinter nachvollziehbare Zusammenschlüsse, Ideen und Menschen stehen", sagt Schätzel.
Kooperationen müsse man allerdings auch wollen und mit Leben erfüllen, weiß der Weinexperte. Das sei nicht immer einfach bei Winzern, die ja schon "aus ihrer Tradition heraus sehr individualistisch geprägt und ja auch dazu ausgebildet sind, fast alles allein zu machen". Auch in der Weinwelt gehe der Trend aber dazu, Aufgaben aufzuteilen, so dass etwa einer den Keller leite und der andere das Marketing.
"Mit Kooperationen kann man manchmal mehr erreichen, das geht aber nur, wenn die Leute auch kooperationsbereit sind", sagt auch Michael Beck vom Weingut Hedesheimer Hof im rheinhessischen Stadecken-Elsheim. Beck ist Gründungsmitglied von "Simply Wine".
Dank der Kooperation bei "Simply Wine" hat es Beck geschafft, seinen Fingerabdruck bei der Supermarktkette Rewe zu hinterlassen: Gemeinsam mit "Simply Wine"-Kollege Christian Steitz kreierte er einen 2010er Grauburgunder für die Kette. "Die Menge, die da abgerufen wird, kann einer allein gar nicht stemmen", sagt Beck. Also suchten die beiden Winzer Partnerbetriebe, die die Trauben liefern, und teilten Marketing, Vertrieb und Produktion auf. Das Ergebnis: rund 100.000 Flaschen in den Supermarktregalen.
dapd
Tolle Bildqualität & kleiner Preis: 94 cm Grundig-LCD-TV (EEK: C) jetzt nur 555,- €. bei euronics.de
Attraktive und sportive Mode für Sie und Ihn: kompromisslose Qualität, die überzeugt. zum Special
Nie wieder offline - endlos surfen & simsen. Nummer mitnehmen und 25,- € sichern. von congstar.de