16.02.2011, 08:59 Uhr | dapd
Radebeul (dapd-lsc-lsc). Mit rund 500 Veranstaltungen feiern Sachsens Winzer in diesem Jahr das 850. Jubiläum des Weinbaus im Freistaat. Im Spätsommer und Frühherbst sind Weinfeste in Dresden, Pirna, Meißen, Weinböhla, Pesterwitz, Radebeul und Diesbar-Seußlitz geplant, wie der Vorstandsvorsitzende des Weinbauverbands Sachsen, Christoph Hesse, am Dienstag in Radebeul sagte. Er verwies zugleich darauf, dass es sich wegen der schwankenden Erträge auch künftig nicht vermeiden lasse, in schlechten Jahren weiterhin Weine aus anderen Anbaugebieten zukaufen.
Laut Hesse gestalten bei den Festveranstaltungen regionale Museen thematische Sonderausstellungen rund um den heimischen Rebensaft. Auch kleine Weinbaugemeinschaften - gebildet von Hobbywinzern, die vor allem die Terrassenweinberge und Steillagen kultivieren - öffnen ihre Anbauflächen für Feste und Konzerte.
Für Weinliebhaber hat die Sächsische Winzergenossenschaft als größter regionaler Weinproduzent eine sogenannte Premium-Jubiläums-Linie mit Spitzenweinen unter dem Titel "Anno 1161" kreiert. Die Jahreszahl erinnert an die erste urkundliche Erwähnung sächsischen Weins. Im Jahr 1161 hatte laut Weinbauverband Otto der Reiche einen Weinberg an die St. Egidien-Kapelle zu Meißen übereignet. Die Rebstöcke müssen allerdings bereits früher gesetzt worden sein, da der Weinberg damals bereits "gut im Ertrag" stand und Reben mindestens drei Jahre bis zu ersten Ernte benötigen.
An vier Terminen im Sommer wird es den Angaben zufolge auf dem Fährschiff "Bosel" zwischen den Anlegern Meißen, Coswig und Radebeul eine Verkostung von Raritäten aus sächsischen Weinkellern geben.
Der Auftakt für das Jubiläumsjahr ist für den 14. April in Meißen geplant. An diesem Tag soll ein Weinfass auf einem Pferdewagen in Bewegung gesetzt werden, es wird das ganze Jahr von Ort zu Ort, von Weingut zu Weingut und von Veranstaltung zu Veranstaltung unterwegs sein. Die Weinlagen in Schlieben (Brandenburg) sowie in Jessen und Kleindröben (Sachsen-Anhalt) werden zum sächsischen Anbaugebiet gezählt. "Symbolisch wird das Fass mit Erinnerungen an 850 Jahre Weinbautradition gefüllt sein", sagte Hesse.
Der Verbandschef sagte, auf den Zukauf von Weinen aus anderen Anbaugebieten könne nicht verzichtet werden. Es sei aber wichtig, dass dieser Cuvee entsprechend gekennzeichnet werde. Im vergangenen Jahr hatten sächsische Winzer für Schlagzeilen gesorgt, weil sie eigenen Wein mit Weinen aus anderen deutschen Anbaugebieten mischten. Diesen Wein versahen sie mit einem ähnlichen Etikett wie den rein sächsischen Wein und verkauften ihn. Sächsischer Wein wird hingegen wegen der geringen Menge als Rarität vermarktet, die Flasche kostet durchschnittlich zwischen 8 und knapp 20 Euro.
dapd
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