25.03.2011, 14:03 Uhr | dapd
Potsdam/Jüterbog (dapd-lsc). Ein Wolfspärchen hat sich offenbar dauerhaft in Südbrandenburg niedergelassen. Darauf lassen Aufnahmen einer "Fotofalle" im Landkreis Spree-Neiße schließen, wie der WWF Deutschland am Freitag mitteilte. Einer der beiden fotografierten Wölfe trage ein Sender-Halsband. Er sei als Wolfsrüde Karl identifiziert worden, der 2009 vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) markiert worden war. Das Tier ist auf den Bildern in Begleitung eines Weibchens zu sehen.
"Der Junggeselle Karl hat offensichtlich eine Partnerin gefunden", sagte WWF-Experte Janosch Arnold. "Die beiden Tiere haben sich wohl dauerhaft ein Revier in Südbrandenburg gesichert. Jetzt hoffen wir auf baldigen Nachwuchs", fügte er an. Wolfsrüde Karl stammt den Angaben zufolge aus dem Rudel im nordostsächsischen Nochten. Mit knapp drei Jahren sei er im besten Alter, um zum ersten Mal Nachwuchs großzuziehen, sagte Arnold.
Das bisher welpenlose Wolfspaar war im Herbst 2010 erstmals in dem Gebiet nachgewiesen worden, wie es weiter heißt. Es finde in der Region ideale natürliche Bedingungen, zumal in Brandenburg ein Managementplan den Umgang mit Wölfen regle. Dennoch seien die Zukunftsaussichten des Wolfspaares nicht nur rosig. Immer wieder kämen Tiere bei Verkehrsunfällen ums Leben. In der Lausitz seien seit November 2010 insgesamt drei erwachsene Tiere überfahren.
In einem BfN-Projekt waren in den vergangenen beiden Jahren sechs Wölfe mit Sendern ausgestattet worden. Aktuell sendet den Angaben zufolge nur noch Karls Halsband. Sein ebenfalls markierter Bruder Alan war zuletzt im Grenzraum zwischen Weißrussland und Litauen lokalisiert worden. Seit Mitte Oktober 2009 sendet sein Halsband keine Signale mehr. Wölfe waren seit dem Jahr 2000 in die sächsisch-brandenburgische Lausitz zurückgekehrt, dort leben heute mehrere Rudel.
Unterdessen wurde bekannt, dass auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog im Naturpark Nuthe-Nieplitz im Südwesten Brandenburgs offensichtlich ein Wolf erlegt wurde. Wie eine Sprecherin der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg am Freitag bestätigte, stellte die Stiftung deshalb Strafanzeige.
Der Kadaver sei bereits im Juni 2010 entdeckt worden, sagte Andreas Hauffe von der Naturwacht im Naturpark Nuthe-Nieplitz. Auf Fotos, die Wanderer gemacht hatten, sei eindeutig ein Kopfschuss zu erkennen. Das belege, dass das Tier mit einer Waffe erlegt worden sein muss. Er selbst habe nur noch den Kadaver des Tieres gesehen. Der Kopf des Wolfs habe gefehlt. "Vermutlich waren bereits andere Tiere wie Füchse und Wildschweine am Werk", sagte Hauffe den "Potsdamer Neuesten Nachrichten" (Freitagausgabe).
Wölfe stehen in Europa unter strengem Schutz. Erst Anfang der Woche hatte jedoch ein neues Bündnis aus Tierhaltern und aufgebrachten Bürgern aus dem Norden Brandenburgs und Mecklenburg-Vorpommerns gefordert, Wölfe zum Abschuss freizugeben.
dapd
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