08.10.2011, 14:14 Uhr | dapd
Bundespräsident Christian Wulff hat die Kunsthalle im ostfriesischen Emden und deren Geschäftsführerin Eske Nannen mit Lob überhäuft. Das Museum sei "von außergewöhnlicher Qualität" und deren Chefin eine "wunderbare Frau", sagte Wulff am Samstag bei einem Festakt zum 25. Geburtstag der Kunsthalle vor 1.300 geladenen Gästen in der Emder Nordseehalle.
Jede Stadt in Deutschland würde sich über solch eine Einrichtung glücklich schätzen, ergänzte der Bundespräsident. Zudem hob er die "funktionierende Einheit von privatem und öffentlichem Engagement" hervor. Die Einrichtung wird getragen von einer Stiftung und finanziert sich aus Spenden und Zuschüssen.
Als Motor der Entwicklung zu einem Haus von internationalem Ansehen gilt Eske Nannen, Witwe des Gründers Henri Nannen (1913 bis 1996). Sie hat nach Angaben von Niedersachsens Kulturministerin Johanna Wanka (CDU) mit ihrer Hartnäckigkeit mehr als 22 Millionen Euro an Finanzmitteln eingeworben. Vor diesem Hintergrund bezeichnete Wulff die 69-Jährige als "sympathischen Quälgeist". "Ohne Frau Nannen würde sich in unserer Republik bedeutend weniger bewegen", sagte der Bundespräsident.
Bereits zur Eröffnung der Kunsthalle war mit Richard von Weizsäcker ein Bundespräsident zu Gast in Emden. Zum 50. Geburtstag wünschte Wulff der Kunsthalle "den Besuch einer Bundespräsidentin".
Zugleich hielt Wulff in seiner Rede ein Plädoyer für die weit über die Kunst hinausgehende Bedeutung der Kultur. "Kultur ist die ganze Art und Weise, wie wir miteinander umgehen", sagte er. Mit Verweis auf Wirtschaftskrise und Politikverdrossenheit seien gerade die Unternehmens-Kultur und die politische Kultur lebensnotwendig für die Entwicklung des Gemeinsinns. "Immer, wenn wir die Kultur vernachlässigt haben, war es unselig", fügte Wulff an.
Zuvor hatte sich der Bundespräsident im Emder Rathaus in das Goldene Buch der Stadt eingetragen und sich die ab Sonntag für die Öffentlichkeit zugängliche Jubiläums-Ausstellung "25 Jahre! Sammlung Henri Nannen und Überraschungsgäste" in der Kunsthalle angesehen.
Die bis zum 29. Januar laufende Schau ist eine Hommage an den Gründer der Kunsthalle und des Magazins "Stern", Henri Nannen. Zu sehen sind 83 Kunstwerke, etwa von Emil Nolde und Edvard Munch, die Nannen noch zu Lebzeiten erworben hatte. Jedes der 83 Ausstellungssstücke steht für ein Lebensjahr Nannens. Ihnen werden Exponate internationaler Leihgeber zur Seite gestellt, die humorvoll oder atmosphärisch dazu passen.
dapd
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