25.08.2011, 14:24 Uhr | dapd
Hamburg (dapd-nrd). Das Wattenmeer ist nach Einschätzung der Umweltschutzorganisation WWF trotz seiner langjähriger Ausweisung als Naturreservat immer noch durch eine intensive Fischerei bedroht. Obwohl das Gebiet seit etwa 25 Jahren Nationalpark sei mit dem ausdrücklichen Ziel, eine ungestörte Entwicklung der Natur zu ermöglichen, werde die Fischerei als größter Eingriff in die Unterwasserwelt des Wattenmeeres kaum beschränkt, kritisierte WWF-Wattenmeer-Experte Hans-Ulrich Rösner am Donnerstag zum "Wattenmeertag 2011" in Wilhelmshaven.
Rösner betonte, auch für die Fischerei selbst sei die Situation fragwürdig, weil in den flachen Meeresgebieten des Wattenmeers viele Jungfische von Arten heranwüchsen, die eine wichtige Grundlage für die Fischerei in der Nordsee bildeten, aber teilweise als Beifang schon im Wattenmeer abgefischt würden. "In den Nationalparken müssen endlich auch alle natürlich vorkommenden Fischarten wie Rochen, kleine Haie und Störe sowie die wertvollen Riffstrukturen, wie sie von Miesmuscheln und einer Wurmart gebildet werden, wirksam geschützt werden", sagte der WWF-Experte.
Rösner zufolge ist allein die Krabbenfischerei mit mehr als 300 Kuttern in Deutschland, Dänemark und den Niederlanden unterwegs. Sie müsse sich stärker auf die Seeseite der Inseln verlegen statt, im geschützten Wattenmeer zu fischen, wo zu viel Beifang anfalle und der Meeresboden beeinträchtigt werde. Zudem müsse die Kutterflotte verkleinert werden.
Der WWF erwarte von den Anrainerstaaten, dass sie ihrem erklärten Ziel, das Wattenmeer zu schützen, durch bessere fischereiliche Regelungen gerecht werden. Wichtig sei daneben aber auch ein nachhaltiger Betrieb der Fischerei selbst.
Zum diesjährigen Wattenmeertag kamen etwa 75 Wissenschaftler, Behörden- und Verbandsvertreter aus Deutschland, den Niederlanden und Dänemark zusammen, um die aktuelle Situation beim Schutz der Fische im Wattenmeer zu beraten. Der Wattenmeertag wird ausgerichtet von Gemeinsamen Wattenmeersekretariat von Deutschland, Dänemark und den Niederlanden (www.waddensea-secretariat.org) sowie von der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer.
dapd
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