14.06.2011, 08:28 Uhr | dapd
Weingarten (dapd-bwb). Zehntausende Menschen haben am Freitag den sogenannten Blutritt in Weingarten (Landkreis Ravensburg) verfolgt. Etwa 30.000 Zuschauer, darunter auch Wirtschafts- und Finanzminister Nils Schmid (SPD), beobachteten die traditionelle Prozession von etwa 3.000 Reitern, wie ein Polizeisprecher sagte. Der Ritt zu Ehren einer Reliquie, die angeblich mit Erde vermischtes Blut von der Kreuzigung Christi enthalten soll, ist laut der Stadt Weingarten die größte Reiterprozession Europas.
Mit der Prozession, die seit Hunderten von Jahren am Tag nach Christi Himmelfahrt stattfindet, soll um den Segen des Heiligen Blutes Christi gebeten werden. Die Reliquie, ein mit Edelsteinen besetztes Kreuz, wird traditionell um 7.00 Uhr dem Heilig-Blut-Reiter übergeben. Danach folgen ihm etwa 100 Reitergruppen auf seinem zehn Kilometer langen Weg durch die Stadt und die Umgebung.
In diesem Jahr hat laut der Stadt Weingarten erstmals der Pfarrer der Katholischen Kirchengemeinde St. Martin die Aufgabe des Blutreiters übernommen. Zuvor sei immer ein Geistlicher des Benediktinerklosters der Reiter gewesen, hieß es. Die Abtei sei jedoch im Herbst 2010 aufgelöst worden. Die Heilig-Blut-Reliquie wurde dem Kloster Weingarten den Angaben zufolge im Jahr 1094 vermacht.
dapd
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