24.02.2011, 15:13 Uhr | dapd
Köln/Mainz (dapd-nrw). Von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch ist der Alkoholkonsum in den Karnevalshochburgen hoch - gerade bei jungen Menschen. Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist in der närrischen Zeit die Gefahr von Alkoholexzessen unter Jugendlichen besonders groß.
Die Folgen hemmungslosen Zechens können dramatisch sein: So ist laut BZgA das Unfallrisiko zehnmal höher als sonst. Auch die Gewaltbereitschaft nehme zu. Jedes fünfte Mädchen und jeder zehnte Junge zwischen 14 und 17 Jahren verzichte unter Alkoholeinfluss beim Geschlechtsverkehr auf ein schützendes Kondom.
Die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) weist darauf hin, dass das Einstiegsalter für Alkohol bedeutend unter der gesetzlich erlaubten Grenze von 16 Jahren liege. "Bereits ein Drittel aller 15-Jährigen war bereits zweimal im Leben völlig betrunken", erklärte die LZG. Eltern, aber auch Karnevalsvereine und Anbieter von närrischen Partys und Umzügen seien in der Pflicht, dem Trend entgegen zu wirken.
Eltern unterschätzten oft den Alkoholkonsum ihrer eigenen Kinder oder wüssten gar nichts davon, betont Nina Roth, Leiterin des Büros für Suchtprävention in der LZG. Oft seien sich Erwachsene, die selbst häufig Alkohol tränken, der Vorbildwirkung auf ihre Kinder nicht bewusst.
"Kinder beobachten nicht nur im Karneval sehr genau, wie in der Familie oder im Freundeskreis gefeiert und getrunken wird", schreibt die Fachstelle für Suchtprävention der Drogenhilfe Köln auf der Internetseite stadt-koeln.de. Sie rät Eltern, vor Karneval mit den Kindern zu sprechen - allerdings nicht ohne sich vorher untereinander auf eine gemeinsame Haltung verständigt zu haben. Erwachsene sollten wissen, wer die Freunde des Kindes seien, wo sie sich gemeinsam aufhielten und was sie machten. Wer der Clique nicht vertraue, könne die Eltern der Freunde kontaktieren und mit ihnen in einer Art "Elternnetzwerk" Regeln vereinbaren und Absprachen treffen.
Die Drogenhilfe ermuntert Eltern dazu, ihren Kindern klare Grenzen zu setzen, damit sie lernten, mit Alkohol verantwortungsvoll umzugehen. Es sollten klare Regeln vereinbart und über Sanktionen bei Regelverletzung gesprochen werden. "Wichtig ist, dass angedrohte Sanktionen dann auch durchgesetzt werden", mahnt die Drogenhilfe. Durch Zuhören und Interesse an der Meinung der Kinder und den Ritualen der Gruppe könnten Eltern erfahren, was diese wirklich dächten. Aufklärung über Gewaltbereitschaft, ungeschützten Sex und Straftaten unter Alkohol sollten Eltern auch in renitenten Phasen ihrer Kinder nicht scheuen.
Empfehlenswert sei es, mit dem Kind auch während der Kanrnevalsfeiern in Kontakt zu bleiben, zum Beispiel über Handy. So könnten beide Seiten feste Zeiten für Telefongespräche vereinbaren. Vereinbart werden sollte auch die Zeit, zu der das Kind zu Hause sein solle.
dapd
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